Fakten und Mythen über Sonnenland Stoff
Welcher Sonnenland-Cabrioverdeckstoff ist der beste? Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt vom Marke und Modell Ihres Cabrios ab. Eine bessere Frage wäre: Welcher Sonnenland Stoff ist am besten für mein Auto geeignet?
Die richtige Wahl des Sonnenland-Materials
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Sonnenland Classic ist die beste Wahl für viele ältere und klassische Mercedes-Benz Cabrios. Nicht nur aus Gründen der Originalität, sondern auch aus technischen Gründen: Bestimmte Rahmenformen und Verdeckmuster erfordern Elastizität an speziellen Stellen, und Classic bietet diese Dehnung. Das moderne A5-Material besitzt diese Elastizität nicht und würde in diesen Fällen nicht korrekt passen.
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Dieses Prinzip gilt auch für viele andere klassische Cabrios. Umgekehrt ist für ein Corvette C6 Cabrio der Classic-Stoff ungeeignet, da er nicht genug Dehnung bietet, was zu Faltenbildung führen kann.
Bei Cabriosupply beraten wir Sie, den richtigen Stoff für Ihr Fahrzeug zu wählen. Die Materialkompatibilität sicherzustellen ist Teil unseres Beratungsservices, damit Sie eine perfekte Passform und eine langlebige Investition erhalten.
Ein kurzer Überblick über die Geschichte von „Sonnenland“
Im Jahr 1922 entwickelte Rhode & Schwalenberg einen wasserdichten dreilagigen technischen Stoff, bestehend aus:
- Einer äußeren Baumwoll-/Leinenschicht
- einer wasserdichten Gummimembran
- einer inneren Baumwollschicht
Dieser Stoff wurde unter dem Markennamen „Sonnenland“ für Kutschen und Automobile vermarktet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das Wuppertaler Unternehmen GHE Happich das Patent und verbesserte den Stoff. Synthetische Fasern wie Dralon und später Polyacrylnitril machten den Stoff farbechter und widerstandsfähiger gegen Abnutzung.
Viele Jahre lang lieferte Happich zwei Versionen:
- Sonnenland
- Sonnenland-Allwetter, eine preisgünstigere Variante mit geringerer Farbstabilität
Durch wirtschaftliche Umstrukturierungen in den 1980er und 1990er Jahren geriet Happich in Schwierigkeiten. Die Produktion technischer Textilien wurde verkauft, und das ursprüngliche Unternehmen führte seine Tätigkeit unter dem Namen Rhode & Schwalenberg (R&S) fort. Zur gleichen Zeit trat der amerikanische Hersteller Haartz mit einem Stoff auf den Markt, der auf dem Sonnenland-Konzept basierte.
Konkurrenz und Innovation
1992 gewann Haartz BMW als Kunden und führte einen steiferen Stoff mit weniger Dehnung und verbesserten Eigenschaften bei hohen Geschwindigkeiten ein. Dieser wurde in Modellen wie dem BMW E36 und dem Z3 verwendet. Um konkurrenzfähig zu bleiben, entwickelte R&S Sonnenland Klassik Plus, eine weniger dehnbare Version des Originalstoffs.
Ein weiterer Wettbewerber war ARESMA in Dresden, das hochwertige Stoffe mit Maschinen identisch zu R&S produzierte und mit Porsche zusammenarbeitete, jedoch den Namen „Sonnenland“ nicht verwenden durfte.
2002 wurde R&S schließlich von Haartz übernommen, das damit die exklusiven weltweiten Rechte am Label Sonnenland erhielt. Heute bietet Haartz mehr als 70 Varianten des Sonnenland-Stoffs an.
Wichtige Fakten über „Sonnenland“
- „Sonnenland“ ist kein Hersteller von Cabrioverdecken—es bezeichnet ausschließlich den Stoff.
- Andere Produzenten wie Ferguson (UK) und Rubberfil (Italien) fertigen vergleichbare Materialien, dürfen diese jedoch nicht unter dem Namen Sonnenland vermarkten.
- Es gibt auch günstigere Alternativen (z. B. Stoffe von Münchner Autostoff Handel, MAH). Diese können für bestimmte Anwendungen wie Spannbänder nützlich sein, werden jedoch nicht für komplette Cabrioverdecke empfohlen.
Fazit
Die Wahl des richtigen Sonnenland-Stoffs hängt vollständig von Ihrem Fahrzeug und dem vorgesehenen Einsatz ab. Cabriosupply bietet fachkundige Beratung, damit Sie einen Stoff auswählen können, der eine perfekte Passform, ein originales Erscheinungsbild und eine lange Lebensdauer gewährleistet.